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Die Scham der Kassandra

Was passiert, wenn man eine Gefahr erkennt, die andere nicht sehen wollen? Der Mythos der Kassandra steht für den Konflikt zwischen eigener Wahrnehmung und dem Druck der Gemeinschaft. Zwischen Ablehnung, Selbstzweifeln und Scham entsteht die Herausforderung, der eigenen Überzeugung treu zu bleiben.

6 Herausforderungen auf dem Weg zu einem bewussten Umgang mit dem Kollaps

Wenn die eigene Wahrnehmung einer instabiler werdenden Welt mit der gesellschaftlichen Normalität kollidiert, entsteht eine besondere psychische Herausforderung. Kollapsbewusstsein bedeutet, zwischen zwei Realitäten zu leben: die möglichen tiefgreifenden Veränderungen zu erkennen und gleichzeitig den Alltag weiterzuführen. Es erfordert, Ängste und Unsicherheiten auszuhalten, dem sozialen Anpassungsdruck zu widerstehen, begrenzte Handlungsmöglichkeiten zu akzeptieren und Gemeinschaft zu suchen, ohne sie zu idealisieren. Der Umgang mit Kollapsbewusstsein ist kein einmal erreichter Zustand, sondern ein fortwährender Prozess zwischen Erkenntnis, Selbstreflexion und dem Versuch, trotz allem handlungsfähig zu bleiben.

Befinden wir uns bereits im Kollaps? - Komplexität, Dilemmata und die Grenzen gesellschaftlicher Transformation.

Die Kollapsforschung zeigt, dass Gesellschaften oft nicht an einem einzelnen Problem scheitern, sondern an der Überlagerung von Krisen, wachsender Komplexität und sinkender Anpassungsfähigkeit. Der Beitrag fragt, ob wir uns bereits in einer solchen Phase befinden – und warum die Fähigkeit, ungelöste Dilemmata auszuhalten, zu einer zentralen Zukunftskompetenz werden könnte.

Warum die Polykrise die Psychotherapie zwingt, sich selbst zu hinterfragen.

Psychotherapie versteht sich als Hilfe für individuelles Leid. Doch was, wenn das Leiden nicht in erster Linie im Individuum entsteht, sondern in einer Gesellschaft, die reale Bedrohungen verdrängt und diejenigen ausgrenzt, die sie aussprechen?

Die Polykrise zwingt uns, unbequeme Fragen zu stellen – nicht nur an unsere Gesellschaft, sondern auch an die Psychotherapie selbst. Individualisieren wir Leid, das eigentlich politisch und gesellschaftlich verursacht ist? Und stabilisieren wir damit am Ende genau die Verhältnisse, die dieses Leid hervorbringen?

Ein Essay über Klimaangst, Gemeinschaft, psychotherapeutische Ethik und die Frage, ob sich unsere Profession grundlegend neu positionieren muss.

Die Grenzen moderner Gesellschaften: Vom Fortschrittsglauben zur Demut

Wir leben in einer Zeit beispiellosen Wissens und technischer Möglichkeiten. Dennoch zeigen die Erkenntnisse der Kollapsforschung, dass viele der Faktoren, die frühere Gesellschaften zu Fall brachten, heute stärker ausgeprägt sind denn je. Was, wenn unser Glaube an Fortschritt und menschliche Vernunft selbst Teil des Problems ist? Eine Reflexion über gesellschaftliche Grenzen, Chronozentrismus und die Frage, ob Demut gegenüber unseren eigenen Beschränkungen nicht angemessener wäre als unerschütterlicher Optimismus.

Warum Kollapsvorsorge kein Aufgeben ist

Kollapsvorsorge gilt vielen als Kapitulation. Doch was, wenn das Gegenteil der Fall ist? Warum die Vorbereitung auf mögliche gesellschaftliche und ökologische Zusammenbrüche kein Ausdruck von Resignation, sondern von Verantwortung, Solidarität und Gestaltungswillen ist.