Psychotherapie versteht sich als Hilfe für individuelles Leid. Doch was, wenn das Leiden nicht in erster Linie im Individuum entsteht, sondern in einer Gesellschaft, die reale Bedrohungen verdrängt und diejenigen ausgrenzt, die sie aussprechen?
Die Polykrise zwingt uns, unbequeme Fragen zu stellen – nicht nur an unsere Gesellschaft, sondern auch an die Psychotherapie selbst. Individualisieren wir Leid, das eigentlich politisch und gesellschaftlich verursacht ist? Und stabilisieren wir damit am Ende genau die Verhältnisse, die dieses Leid hervorbringen?
Ein Essay über Klimaangst, Gemeinschaft, psychotherapeutische Ethik und die Frage, ob sich unsere Profession grundlegend neu positionieren muss.